Der Kormoran ist kein Freund der Angler

ASV Zeven macht für geringen Aalbestand auch Glasaalausrottung verantwortlich

 

ZEVEN. Der Angelsportverein Zeven kann auf ein erfolgreich abgelaufenes Jahr zurückblicken. Sowohl Mitgliederentwicklung, finanzielle Lage und sportliche Aktivitäten wurden im Rechenschaftsbericht des Vorstands von den jeweiligen Funktionsinhabern bei der Jahreshauptversammlung im Landhaus Roose den Mitgliedern positiv dargelegt.

 

Vorsitzender Wolfgang Millert konnte mit einem leicht gestiegenen Bestand auf 260 Mitglieder verweisen. Mit dem Angelsportverein Heeslingen, dem rund 100 Angler angehören, wurde 2010 der bestehende Kooperationsvertrag um weitere zwölf Jahre verlängert. Bei den Gewässern zeichnet sich durch die anstehende Neuanpachtung eines weiteren Gewässers eine erfreuliche Situation ab.

Bedauert wurde, dass der experimentelle Störbesatz der „Arbeitsgemeinschaft Wanderfische“ durch den Berliner Biologen Dr. Jörn Gessner zunächst als gescheitert angesehen werden muss. Die beiden in Offensen ausgesetzten Jungstöre sind offensichtlich Raubfischen zum Opfer gefallen.

Eine Hegebefischung der Gyhumer Reha-Teiche war erfolgreich, weil ein guter Teil des dortigen überproportionalen Fischaufkommens in die Vereinsgewässer umgesetzt werden konnte. Schließlich berichtet der Vorsitzende von der finanziellen Beteiligung des ASV am Aalbesatzprogramm 2011 des Niedersächsischen Landesamtes für Binnenfischerei. Der Aal ist in seinem Bestand durch kommerzielle Abfischung von winzigen Glasaalen in den Flussmündungen vor Frankreich, Spanien und Portugal sowie durch den gefräßigen Kormoran hierzulande dramatisch gefährdet. Dieser Fressfeind Nummer 1 hat sich in den vergangenen Jahren auch an der Oste explosionsartig vermehrt.

Die Teilnahme des ASV am Matjesfest und am Zevener Herbstvergnügen ist eine gute Werbung für den Verein gewesen. Das Ferienspaßangeln des ASV erlebte im vergangenen Jahr seine 40. Auflage und erfreut sich nach wie vor großen Zuspruchs bei den jungen Nachwuchsanglern.

Stellvertretender Vorsitzender Dirk Glaß berichtete über den positiven Verlauf der Elektro-Befischung der Oste in Sachen Lachs und Meerforelle. Die Laichner und Rogner seien in guter Zahl gefangen, abgestreift und wieder ins Wasser zurückgesetzt worden. Die gewonnenen, befruchteten Eier befinden sich derzeit zur Erbrütung in der Sittenser Anlage. Das sei erneut ein erfreuliches  Ergebnis bei der Wiedereinbürgerung dieser Wandersalmoniden.

Kassenwart Rolof Kracht konnte mit detaillierter Schilderung auf eine gute Kassenlage verweisen, worauf ihm und dem Gesamtvorstand von der Versammlung Entlastung erteilt wurde. Als Kassenprüfer wurde Henning Millert gewählt.

Auf mehr als 60-jährige Vereinszugehörigkeit kann Karl Adamus zurückblicken. Otto Wohlberg gehört dem ASV 50 Jahre an. Peter Graß, Klaus-Dieter Müller und Rolf Seebach wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Henning Millert erhielt die silberne Ehrennadel für 25-jährige Vereinstreue.

Die Erinnerungspokale für die erfolgreichsten Senioren-Angler verlieh Dirk Glaß an Martin Feindt, Jörg Meyer und Thorsten Falk, während Wolfgang Putzas als Jugendwart Nils Müller, Timo Krieglsteiner und Hauke Klattenberg zu den besten Nachwuchsanglern kürte.

Gewässerwart Thorsten Falk verwies auf die geplanten Arbeitseinsätze an den Gewässern. Die Termine wurden den Mitgliedern bereits schriftlich mit den neuen Fangmeldungsformularen zugestellt, und die ersten Pflegemaßnahmen an den Teichen in Sellhorn und Bockel sind bereits erledigt.

Als nächster Termin steht der traditionelle Winterspaziergang am 5. März an. Anmeldungen dazu im Futterhaus Zeven. Am 9. April beteiligt sich der ASV an der Aktion „Zeven räumt auf“, um die Uferrandstreifen im Stadtgebiet zu säubern. Treffpunkt dazu ist für die Angler um 8.30 Uhr am Veranstaltungsgelände. (mi)

 

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Karl Adamus, Otto Wohlberg, Peter Graß und Henning Millert werden vom Vorsitzenden Wolfgang Millert für langjährige Vereinstreue geehrt (von rechts).

 

Dirk Glaß mit den erfolgreichen Anglern Thorsten Falk, Jörg Meyer, Martin Feindt, Nils Müller und Jugendwart Wolfgang Putzas (von links). Fotos: mi

 

Für 10 000 Meerforellen beginnt das „Abenteuer Leben“

Winzige Brütlinge in die Oste-Nebengewässer bei Brauel und Oldendorf ausgesetzt

 

ZEVEN. Seit rund 30 Jahren werden im Bereich der oberen Oste Salmoniden, - junge Lachse und Meerforellen - eingesetzt. Die Fische kommen aus der Brutanlage des Sportfischer-Vereins am Sittensen Mühlenteich, wo sie aus dem Ei-Stadium bis zu Brütlingen herangezogen worden sind. Um das erfolgreiche Wiedereinbürgerungsprogramm kümmern sich die Angelvereine von Sittensen bis Bremervörde im Zusammenschluss zu einer Besatzgemeinschaft.

 

Die Eier stammen aus Fängen jener großen Lachse und Meerforellen, die im Herbst vergangenen Jahres zum Laichen in die Oste aufgestiegen, dort gefangen, per Hand von Laich und Milch abgestreift und schonend wieder in die Freiheit entlassen worden sind. In der Sittenser Anlage werden die befruchteten Eier in „Wiegen“ aufgelegt. Die geschlüpfte Brut wird sorgsam bis zum Frühjahr aufgepäppelt. Die zu Winzlingen herangewachsenen Brütlinge von zwei Zentimeter Länge können nun in die Freiheit entlassen werden.

Nach gut einem Jahr ziehen die inzwischen auf zirka 20 Zentimeter abgewachsenen Fische durch die Oste in den Atlantik, ehe sie nach weiteren zwei Jahren automatisch an den Ort, an dem sie aufgewachsen sind, zum Ablaichen zurückkehren. Man rechnet etwa mit zwei bis drei Promille Rückkehrer, die viele Gefahren auf der langen Wanderung überstehen müssen, ehe sie die Oste als ihr Heimatgewässer wieder erreichen.

So nahmen „Lachsvater“ Ernst Peters, Gewässerwart Thorsten Falk und Sportwart Martin Feindt vom Angelsportverein Zeven am vergangenen Samstag 10 000 Meerforellenbrütlinge aus den „Wiegen“ der Brutanlage Sittensen in Empfang, um die Besatzmaßnahme in kleine Nebenbäche von Aue und Oste bei Oldendorf und Brauel durchzuführen. Jetzt ist ein günstiger Zeitpunkt, weil bei Wassertemperaturen um zehn Grad das Nahrungsaufkommen mit Bachflohkrebsen für die Brütlinge gesichert ist. Voraussetzung ist, dass das Wasser der Bäche sauerstoffreich und sauber ist sowie Deckungsmöglichkeiten gegen Fressfeinde vorhanden sind. Beim Aussetzen der kleinen Meerforellen ist zu beobachten, wie sie sich sofort gegen den Strom stellen und kleinste Unterschlupfmöglichkeiten als Versteck nutzen.

In einigen Wochen soll darüber hinaus ein Lachsbesatz der Oste erfolgen, der aus so genannten „Smolts“ besteht. Dabei handelt es sich um Junglachse, die in der Sittenser Anlage bis zu zehn Zentimeter Länge „vorgestreckt“ worden sind. (mi)

 

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In solchen „Wiegen“ werden die Jungfische in der Sittenser Brutanlage aufgezogen.

 

An diesem kleinen Graben bei Brauel entlassen Ernst Peters, Thorsten Falk und Martin Feindt (von links) die winzigen Meerforellen in das gefahrvolle „Abenteuer Leben“. Fotos: mi

 

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