ASV Zeven gewinnt Mitglieder hinzu

ZEVEN. Es war wegen der randvollen Tagesordnung eine lange Jahreshauptversammlung des Angelsportvereins Zeven, die der alte und neue Vorsitzende Wolfgang Millert erst kurz vor Mitternacht im „Landhaus Roose“ schloss. Im Mittelpunkt des Abends standen neben Berichten der Vorstandsmitglieder die Wahl des Gesamtvorstands und Mitgliederehrungen.

 

Die erfolgreichsten Angler des Vorjahres: Thorsten Falk, Martin Feindt, Jürgen Häkanshon Tom Gette mit Jugendwart Wolfgang Putzas (von rechts). Foto: mi

In seinen Ausführungen ging Millert auf die erfreuliche Mitgliederentwicklung ein. Der Abwärtstrend der letzten Jahre konnte dank gezielter Werbemaßnahmen beim Stadtfest gestoppt werden. So gehören dem Verein nunmehr 260 und damit elf Mitglieder mehr an als bislang. Darunter sind 17 Jugendliche. Zwei weitere Damen verstärken als Neuzugänge die weibliche „Abteilung“ auf nunmehr sechs

Das vergangene Sportjahr verlief in geordneten Bahnen, wenngleich die Oste wegen der anhaltenden Trockenperiode und des damit verbundenen Niedrigwassers wenig befischt werden konnte. Zudem ist ein Rückgang des Aals, aber dafür ein Besorgnis erregender rapide zunehmender Kormoranbestand zu beobachten. Der Aal gehört zur Lieblingsspeise dieses Räubers, der unverständlicherweise zum Vogel des Jahres gekürt worden ist, obwohl er kaum natürliche Feinde besitzt und sich überproportional verbreitet, so Millert. So sei nicht selten zu beobachten, dass Fischteiche von Kormoranen restlos ausgeplündert werden und Fließgewässer im Winter zunehmend bevorzugte Ziele ihrer scheinbar unersättlichen Fressgier sind.

Kopfzerbrechen bereiten den Anglern weiterhin die Bootstouristen, die zeitweilig die zu niedrigen Pegelstände der Oste missachteten und trotz vom Landkreis erlassenen Fahrverbots ihre Kanus einsetzten. Grundberührung der Boote und damit nachhaltige Schädigung der Kinderstube der Fische sind schlimme Folge für Fauna und Flora im Fluss.

Sorgen bereitet den Zevener Anglern das Bremervörder Wehr, das im vergangenen Jahr um 20 Zentimeter abgesenkt wurde, um die Wiesen entlang der Oste trocken zu legen. Artenschutzbeauftragter Ernst Peters schloss nicht aus, dass die Auswirkungen nicht nur im Tidegebiet bis Ober Ochtenhausen, sondern weiter auch an der oberen Oste bis nach Heeslingen zu spüren seien.

Wenn das Wehr in Bremervörde, wie es die Europäische Wasserrahmenrichtlinie vorsieht, eines Tages ganz gelegt werde, plädierte Peters als Ersatz für ein funktionsfähiges Umgehungsgerinne, um den Wasserstand der Oste einigermaßen stabil zu halten. Des Weiteren vermeldete Wolfgang Millert, dass der ASV für Bestandsbefischungen auf Lachs und Meerforelle in der Oste sowie für Kontrollbefischungen in den anderen Vereinsgewässern ein Boot mit Trailer angeschafft habe.

Außerdem habe der Mitarbeiter des Ökologischen Bundesamtes in Berlin, Gessner, signalisiert, dass im Frühjahr die Oste im Zevener Bereich in das Stör-Programm einbezogen werden solle. Dieser in der Oste ausgestorbene Fisch wird aktuell durch gezielten Besatz und entsprechende Hegemaßnahmen wieder heimisch gemacht.

Für 25-jährige Vereinstreue erhielten Björn Kirste, Torsten Hastedt, Walter Rugen und Franz Stadler die silberne Ehrennadel des ASV. Als erfolgreichste Angler des Jahres 2009 wurden Thorsten Falk, Martin Feindt und Jürgen Häkanshon bei den Senioren mit Ehrenpreisen ausgezeichnet. Bei den Jugendlichen errang Tom Gette den ersten Platz, gefolgt von Timo Krieglsteiner und Marcel Puschert.

In seinem Bericht lobte Gewässerwart Hermann Borchers zwar die hohe Zahl der Fangmeldungen, monierte aber, dass diese leider oftmals nicht mit der nötigen Sorgfalt ausgefüllt worden seien. Sodann gab er eine Änderung der Schonmaße für Schleien und Karpfen bekannt, die den Zweck hat, dass laichfähige Fische dieser Arten künftig geschützt sind.

Nach einer Satzungsänderung, die zum Erhaltung der Gemeinnützigkeit des Vereins notwendig geworden ist, folgten Vorstandswahlen. Der Angelsportverein Zeven wird für weitere drei Jahre von Wolfgang Millert geführt, ihm zur Seite steht Dirk Glaß als Stellvertreter. Torsten Hastedt führt weiterhin das Amt des Schriftführers, Martin Feindt ist neuer Sportwart, Thorsten Falk fungiert als Gewässerwart, während Rolof Kracht künftig als Kassenwart die Geschäfte des Vereins führt. Wolfgang Putzas steht weiterhin als Jugendwart zur Verfügung.

Er wird auch das beliebte Ferienspaßangeln am 31. Juli am Regenrückhaltebecken „In den Wiesen“ für Nachwuchs-Petrijünger durchführen. (mi)

 

 

Vorsitzender Wolfgang Millert zeichnet Björn Kirste und Torsten Hastedt (von rechts) mit der silbernen Ehrennadel des ASV Zeven aus.

 

Für 10 000 Meerforellen beginnt das „Abenteuer Leben“

Winzige Brütlinge in die Oste-Nebengewässer bei Brauel und Oldendorf ausgesetzt

 

ZEVEN. Seit rund 30 Jahren werden im Bereich der oberen Oste Salmoniden, - junge Lachse und Meerforellen - eingesetzt. Die Fische kommen aus der Brutanlage des Sportfischer-Vereins am Sittensen Mühlenteich, wo sie aus dem Ei-Stadium bis zu Brütlingen herangezogen worden sind. Um das erfolgreiche Wiedereinbürgerungsprogramm kümmern sich die Angelvereine von Sittensen bis Bremervörde im Zusammenschluss zu einer Besatzgemeinschaft.

 

Die Eier stammen aus Fängen jener großen Lachse und Meerforellen, die im Herbst vergangenen Jahres zum Laichen in die Oste aufgestiegen, dort gefangen, per Hand von Laich und Milch abgestreift und schonend wieder in die Freiheit entlassen worden sind. In der Sittenser Anlage werden die befruchteten Eier in „Wiegen“ aufgelegt. Die geschlüpfte Brut wird sorgsam bis zum Frühjahr aufgepäppelt. Die zu Winzlingen herangewachsenen Brütlinge von zwei Zentimeter Länge können nun in die Freiheit entlassen werden.

Nach gut einem Jahr ziehen die inzwischen auf zirka 20 Zentimeter abgewachsenen Fische durch die Oste in den Atlantik, ehe sie nach weiteren zwei Jahren automatisch an den Ort, an dem sie aufgewachsen sind, zum Ablaichen zurückkehren. Man rechnet etwa mit zwei bis drei Promille Rückkehrer, die viele Gefahren auf der langen Wanderung überstehen müssen, ehe sie die Oste als ihr Heimatgewässer wieder erreichen.

So nahmen „Lachsvater“ Ernst Peters, Gewässerwart Thorsten Falk und Sportwart Martin Feindt vom Angelsportverein Zeven am vergangenen Samstag 10 000 Meerforellenbrütlinge aus den „Wiegen“ der Brutanlage Sittensen in Empfang, um die Besatzmaßnahme in kleine Nebenbäche von Aue und Oste bei Oldendorf und Brauel durchzuführen. Jetzt ist ein günstiger Zeitpunkt, weil bei Wassertemperaturen um zehn Grad das Nahrungsaufkommen mit Bachflohkrebsen für die Brütlinge gesichert ist. Voraussetzung ist, dass das Wasser der Bäche sauerstoffreich und sauber ist sowie Deckungsmöglichkeiten gegen Fressfeinde vorhanden sind. Beim Aussetzen der kleinen Meerforellen ist zu beobachten, wie sie sich sofort gegen den Strom stellen und kleinste Unterschlupfmöglichkeiten als Versteck nutzen.

In einigen Wochen soll darüber hinaus ein Lachsbesatz der Oste erfolgen, der aus so genannten „Smolts“ besteht. Dabei handelt es sich um Junglachse, die in der Sittenser Anlage bis zu zehn Zentimeter Länge „vorgestreckt“ worden sind. (mi)

 

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In solchen „Wiegen“ werden die Jungfische in der Sittenser Brutanlage aufgezogen.

 

An diesem kleinen Graben bei Brauel entlassen Ernst Peters, Thorsten Falk und Martin Feindt (von links) die winzigen Meerforellen in das gefahrvolle „Abenteuer Leben“. Fotos: mi

 

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